Mittwoch, 24. Oktober 2012

Georgia on my mind


Teil 2

Nun übernachte ich am Lake Eufala, ein Gewässer, das die Grenze zwischen Georgia und Alabama bildet. Die Eindrücke von der Fahrt durch Georgia waren ähnlich wie schon zuvor: politisch werden unendlich viele Sheriffs, Judges, und andere ehrenwerte Personen gewählt (ein Wahlslogan drückt es sehr gut aus: “People not politics”). Diese Präsidentenwahl scheint nur in den Zeitungen und im Fernsehen, nicht aber im Straßenbild stattzufinden. Meine Suche nach einem Ort, wo ich Leuten begegnen kann, war mal wieder nicht erfolgreich. Ich glaube, meine Idee, durchs Hinterland zu fahren, war grundlegend falsch. In all diesen kleinen Städtchen, auch den malerischen alten Südstaatenstädtchen mit schöner City Hall, Backstein-Feuerwehrhaus und der natürlich unvermeidlichen Kirche, wenn nicht gar gleich mehrere, hab ich bisher nicht sowas wie ne Kneipe gefunden. An den Stadträndern die üblichen Insignien US-amerikanischer Fast-Kultur. Vielleicht muss ich doch meine Pläne ändern und in die größeren Städte fahren, wo es Pubs mit Theken gibt, an der dann geredet wird.
Auf der anderen Seite gefallen mir die Stopps in diesen kleine Städtchen mehr als die Vorstellung durch die großen Städte zu irren. Charleston war zwar sehr schön, aber irgendwie turnen mich die anderen Städte nicht so an. Mal sehen. Vielleicht werde ich meine Eindrücke, was denn die Leute so im Koppe haben, mal wieder an der Theke in Albuquerque sammeln. Dort sind die Meinungen bunt gemischt, und man kriegt von allem was.
Ich hatte gar nicht im Kopf, dass in den Staaten wie South Carolina und Georgia immer noch sehr viel Baumwolle angebaut wird. Riesige Felder mit diesen weißen Büscheln dran. Dazu dann riesige Maschinen, mit denen die Wolle geerntet wird. Also doch nix mit den armen Pflückern, Menschen waren auf den Feldern nie zu sehen.
baumwolle2

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